Spiegellose Systemkameras 2015

Marktübersicht der spiegellosen Kameras mit Wechselobjektiven

Die Wahl eines Kamerasystems ist unübersichtlicher geworden. Es gibt nicht nur verschiedene Hersteller, sondern auch unterschiedliche Bauformen und Sensorgrößen suchen. Vom Gelegenheitsnutzer bei Urlaub oder Feiern bis hin zum professionellen Fotografen reicht die Bandbreite, die spiegellose Systemkameras heute abdecken. Ich versuche einen Überblick zu geben, was Anfang 2015 zur Auswahl steht.

Canon EOS M

Als Platzhirsch bei den DSLR hat Canon das Thema spiegellose Systemkamera nur sehr halbherzig, aber im Sensorformat APS-C aufgegriffen. Es gibt nur ein aktuelles Kameramodell die EOS M3, welche man in der unteren Mittelklasse ansiedeln kann. Auch wenn sie gegenüber ihren Vorgängern an Funktionsumfang zugelegt hat, gibt es einen elektronischen Sucher nur als externes Zubehör, das dazu noch den Blitzschuh belegt. Auch das Objektivprogramm ist sehr eingeschränkt. Canon wollte und will offensichtlich keine Konkurrenz zum bestehenden DSLR System aufbauen.

Das Canon EOS M System ist und bleibt unattraktiv.

Vorteile
– Guter APS-C Sensor

Nachteile
– Nur ein Kameramodell
– Wenig Objektive
– Halbherzige Unterstützung vom Hersteller

Fujifilm X

Das besondere am X System von Fuji ist der klare Fokus auf die klassische Fotografie. Die Kameras haben nicht nur ein Retrodesign, sondern das ganze Bedienkonzept entspricht der analogen Zeit, mit Blendenring am Objektiv und jeder Menge Einstellrädern am Gehäuse. Mit einem speziellen Sensordesign im APS-C Format wird eine gute Bildqualität vor allem auch bei wenig Licht erreicht. Das Objektivprogramm passt genau dazu indem es lichtstarke, klassische Festbrennweiten und gehobene Zoomobjektive bietet. Schwächen leistet sich Fujifilm beim Video, das in diesem Konzept offensichtlich keine Priorität hat. Besonders kundenfreundlich sind die Firmware-Updates, mit denen Fujifilm vorhandene Kameras nachträglich aufwertet. So hat die X-T1 nachträglich einen schnellen elektronischen Verschluss und ein deutlich besseres Autofokussystem bekommen.

Fujifilm ist in meinen Augen der Favorit für klassische Fotografie.

Vorteile
– Klassisches Bedienkonzept (wer es mag)
– APS-C Sensor mit hoher Empfindlichkeit
– Gute Objektivauswahl
– Umfangreiche Firmware-Updates

Nachteile
– Schlechte Videoqualität

Meine Fujifilm X Objektivübersicht

Nikon 1

Ähnlich wie Canon wollte Nikon anscheinend seinen DSLR keine Konkurrenz im eigenen Haus bauen. Man hat aber einen ganz anderen Weg gewählt, nämlich einen deutlich kleineren 1-Zoll Sensor und das System ganz auf unkomplizierte Fotografie für Aufsteiger von Kompaktkameras ausgelegt. Es gibt unterschiedliche Kameramodelle, die alle mit sehr schnellem Autofokus und ordentlicher Videofunktion glänzen. Der kleine Sensor erlaubt außerdem kompakte Telezoom-Objektive. Dieses System ist daher vor allem für Eltern geeignet, die ihre Kinder bei allerlei Aktivitäten fotografieren wollen. Dazu passt auch die wasserdichte Kamera AW1 mit passenden Objektiven, die sich für den Strandurlaub anbietet. Als Nachteile bleiben der im Vergleich kleine Sensor mit niedrigerer Bildqualität und der Recht hohe Preis den Nikon aufruft.

Nikon 1 ist eigentlich nur für Urlaubs- und Familienfotos interessant.

Vorteile
– Schneller Autofokus und Serienbilder
– Sehr kompakt
– Wasserdichtes Kameramodell

Nachteile
– Begrenzte Bildqualität durch kleinen Sensor
– Wenig Objektive

Olympus und Panasonic (Micro Four Thirds)

Der offene Standard Micro Four Thirds (MFT) wird mit Olympus und Panasonic von zwei aktiven Herstellen genutzt. Dadurch gibt es eine Fülle von Kameras und Objektiven, auch von Drittherstellern. Von einfachen Einsteigerkameras mit Selfie-Funktion bis zu anspruchsvollen Modellen für professionelle Fotografie oder Filmproduktionen ist alles dabei. In diesem Punkt hat MFT bei den spiegellosen Systemkameras mit deutlichem Abstand die Spitzenposition. Der Autofokus ist mittlerweile auch schnell und bei Video ist Panasonic schon lange vorne mit dabei, inzwischen in 4K. Das Sensorformat ist etwas kleiner was auch angenehm kompakte Kameras ermöglicht. Eine gute Auswahl an lichtstarken Objektive kann die Nachteile eines kleineren Sensors zum Teil ausgleichen.

Dank der großen Auswahl kann praktisch jeder bei MFT fündig werden.

Vorteile
– Offener Standard mit breiter Unterstützung
– Viele Kameramodelle
– Sehr große Objektivauswahl
– Teilweise sehr gutes Video

Nachteile
– Eher kleines Sensorformat

Meine MFT Objektivübersicht

Samsung

Mit dem Sensorformat APS-C ist Samsung ähnliche wie Fuji und Sony gestartet. Das System bietet recht gut ausgestattete Kameras von der Mittelklasse bis zur ambitionierten NX1. Die Objektivauswahl ist leider etwas begrenzt. Insgesamt hat Samsung ein ordentliches System aufgestellt, dem es aber aus meiner Sicht an einem überzeugenden Kaufmerkmal fehlt.

Samsung hat ein ordentliches System aber kein Alleinstellungsmerkmal.

Vorteile
– Gut ausgestattete Kameras
– APS-C Sensor

Nachteile
– Wenig besondere Objektive

Sony E/FE (NEX)

Bei Sony ist das Angebot etwas unübersichtlich, da unterschiedliche Sensorformate parallel verfügbar sind. Angefangen hatte Sony mit APS-C und dafür auch den neuen Markennamen NEX und das E-Bajonett mit einigen neuen Objektiven eingeführt. Inzwischen bringt Sony vor allem anspruchsvolle Kameramodelle mit Sensor in Kleinbildgröße auf den Markt. Diese verwenden ebenfalls das E-Bajonett, benötigen aber einen größeren Bildkreis, die Objektive heißen daher FE (Fullformat E). Als Name wird inzwischen nur noch Alpha benutzt, unter dem es von Sony auch DSLR gibt. Da im APS-C Format schon seit 2013 keine neuen Objektive vorgestellt wurden, kann man diesen Bereich als beendet ansehen. Was bleibt ist das FE-System mit großem Sensor, teilweise sehr hoher Auflösung und guter Videoqualität. Die dafür vorgestellten Objektive zielen auch auf gehobene Ansprüche. Sony FE ist daher derzeit das System mit der höchsten Bildqualität aber auch den größten und schwersten, teuren Objektiven.

Sony bietet als einziger ein spiegelloses System mit großem Sensor (Kleinbild Vollformat).

Vorteile
– Sensor im Kleinbildformat
– Hohe Auflösung
– Hochwertige Objektive

Nachteile
– Noch geringe Objektivauswahl
– Relativ große / schwere Objektive

Meine Sony E/FE Objektivübersicht

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