Spiegellose Systemkameras 2016

Marktübersicht der spiegellosen Kameras mit Wechselobjektiven

Seit meinem Artikel zu den Systemkameras 2015 hat sich einiges getan – und manches auch nicht. Einige Systeme entwickeln sich gut und kontinuierlich voran, andere stehen still und scheinen dem Ende nahe. Die Wahl eines Kamerasystems ist dadurch einfacher geworden. Deshalb unterteile ich meine Übersicht diesmal in die zwei Kategorien „empfehlenswert“ und „nicht empfehlenswert“. Zu den einzelnen Kameras kannst du dir auch meine Übersicht der technischen Daten von 20 aktuellen, spiegellosen Systemkameras anschauen.

Empfehlenswerte Systeme

Micro Four Thirds (Olympus und Panasonic)

Der offene Standard Micro Four Thirds (MFT) wird mit Olympus und Panasonic von zwei aktiven Herstellen genutzt. Dadurch gibt es eine Fülle von Kameras und Objektiven, auch von Drittherstellern. Von einfachen Einsteigerkameras mit Selfie-Funktion bis zu anspruchsvollen Modellen für professionelle Fotografie oder Filmproduktionen ist alles dabei. In diesem Punkt hat MFT bei den spiegellosen Systemkameras mit deutlichem Abstand die Spitzenposition. Der Autofokus ist mittlerweile auch schnell und bei Video ist Panasonic schon lange vorne mit dabei, inzwischen in 4K. Das Sensorformat ist etwas kleiner was auch angenehm kompakte Kameras ermöglicht. Eine gute Auswahl an lichtstarken Objektive kann die Nachteile eines kleineren Sensors zum Teil ausgleichen. Beide Kamerahersteller haben sich diesem System ganz verschrieben und auch viele anderer bieten passende Objektive an. Für die Weiterentwicklung des Systems sieht es also sehr gut aus.

Vorteile

  • Offener Standard mit breiter Unterstützung
  • Viele Kameramodelle
  • Sehr große Objektivauswahl
  • Teilweise sehr gutes Video

Nachteile

  • Eher kleines Sensorformat

Meine MFT Objektivübersicht

Dank der großen Auswahl kann praktisch jeder bei MFT fündig werden.

Fujifilm X

Das besondere am X System von Fuji ist der klare Fokus auf die klassische Fotografie. Die Kameras haben nicht nur ein Retrodesign, sondern das ganze Bedienkonzept entspricht der analogen Zeit, mit Blendenring am Objektiv und jeder Menge Einstellrädern am Gehäuse. Mit einem speziellen Sensordesign im APS-C Format wird eine gute Bildqualität vor allem auch bei wenig Licht erreicht. Das Objektivprogramm passt genau dazu indem es lichtstarke, klassische Festbrennweiten und gehobene Zoomobjektive bietet. Fujifilm baut es kontinuierlich und mit gutem Verständnis für die Wünsche von Fotografen aus. Schwächen leistete sich Fujifilm bisher beim Video, mit der neuen X-pro2 ist aber auch dies behoben. Besonders kundenfreundlich sind die Firmware-Updates, mit denen Fujifilm vorhandene Kameras nachträglich aufwertet. So hat die X-T1 nachträglich einen schnellen elektronischen Verschluss und ein deutlich besseres Autofokussystem bekommen.

Vorteile

  • Klassisches Bedienkonzept (wer es mag)
  • APS-C Sensor mit hoher Empfindlichkeit
  • Gute Objektivauswahl
  • Umfangreiche Firmware-Updates

Nachteile

  • Ordentliche Videoqualität erst mit der X-pro2

Meine Fujifilm X Objektivübersicht

Fujifilm ist in meinen Augen der Favorit für klassische Fotografie.

Sony FE (Vollformat)

Da sich die beiden Sensorformat mit E-Objektivanschluss ganz unterschiedlich entwickeln, trenne ich sie jetzt auch in dieser Betrachtung. Das Kleinbild-Vollformat mit den verschiedenen Alpha 7 Kameras und FE-Objektiven hat Sony im letzten Jahr ordentlich weiter ausgebaut, sodass jetzt die meisten wichtigen, gehobenen Objektive zumindest angekündigt sind. Der große Sensor erlaubt sehr hoher Auflösung und sehr gute Videoqualität. Sony FE ist daher derzeit das System mit der höchsten Bildqualität aber auch den größten und schwersten, teuren Objektiven.

Vorteile

  • Sensor im Kleinbildformat
  • Hohe Auflösung
  • Hochwertige Objektive
  • System wird kontinuierlich ausgebaut

Nachteile

  • Objektive zum Teil bisher nur angekündigt
  • Relativ große / schwere Objektive

Meine Sony E/FE Objektivübersicht

Sony FE bietet mit großem Sensor höchste Bildqualität .

Weniger / nicht empfehlenswerte Systeme

Sony E (APS-C)

Angefangen hatte Sony bei den spiegellosen Systemkameras mit APS-C und dafür auch den neuen Markennamen NEX eingeführt. Zuletzt ist hier nicht mehr viel passiert, seit 2013 keine neuen Objektive und im letzten Jahr nur die – allerdings gute – Alpha 6300 als neue Kamera. Das genügt zur Bestandswahrung, macht einen Einstieg in dieses System aber wenig empfehlenswert.

Vorteile

  • Gut ausgestattete Kameras
  • APS-C Sensor

Nachteile

  • Noch zu geringe Objektivauswahl
  • Weiterentwicklung ungewiss

Meine Sony E/FE Objektivübersicht

Sony E ist ein ordentliches System, scheint aber wenig Zukunft zu haben.

Samsung NX

Mit dem Sensorformat APS-C ist Samsung ähnliche wie Fuji und Sony gestartet. Das System bietet recht gut ausgestattete Kameras von der Mittelklasse bis zur ambitionierten NX1. Die Objektivauswahl ist leider etwas begrenzt. Insgesamt hat Samsung ein recht ordentliches System aufgestellt, dem es aber an einem überzeugenden Kaufmerkmal fehlt. Im letzten Jahr ist nichts Neues mehr hinzugekommen und Samsung hat sich aus einigen Märkten verabschiedet. Das sind keine guten Anzeichen und ein Einstieg in dieses System daher derzeit nicht empfehlenswert.

Vorteile

  • Gut ausgestattete Kameras
  • APS-C Sensor

Nachteile

  • Wenig besondere Objektive
  • Weiterentwicklung ungewiss

Samsung hat ein ordentliches System dessen Zukunft aber unsicher ist.

Nikon 1

Ähnlich wie Canon wollte Nikon anscheinend seinen DSLR keine Konkurrenz im eigenen Haus bauen. Man hat aber einen ganz anderen Weg gewählt, nämlich einen deutlich kleineren 1-Zoll Sensor und das System ganz auf unkomplizierte Fotografie für Aufsteiger von Kompaktkameras ausgelegt. Es gibt unterschiedliche Kameramodelle, die alle mit sehr schnellem Autofokus und ordentlicher Videofunktion glänzen. Eine Weiterentwicklung Fan im letzten Jahr leider nicht statt. Dafür hat Nikon jetzt mit der DL-Serie Kompaktkameras vorgestellt, welche die Vorteile des 1-Zoll Sensors mit einem festen Objektiv koppeln und dadurch noch kleiner sind als das Nikon 1 System. Ich denke damit hat Nikon einen sinnvolleren Weg gefunden, den Urlaubs- Familienfotografen eine praktische Kamera zu bieten.

Vorteile

  • Schneller Autofokus und Serienbilder
  • Sehr kompakt
  • Wasserdichtes Kameramodell

Nachteile

  • Begrenzte Bildqualität durch kleinen Sensor
  • Wenig Objektive
  • Weiterentwicklung ungewiss

Nikon DL Kameras sind spannender als das Nikon 1 System.

Canon EOS M

Als Platzhirsch bei den DSLR hat Canon das Thema spiegellose Systemkamera nur sehr halbherzig, im Sensorformat APS-C aufgegriffen. Im letzten Jahr hat sich nichts getan. Es gibt weiterhin nur ein aktuelles Kameramodell, die EOS M3, welche man in der unteren Mittelklasse ansiedeln kann. Auch das Objektivprogramm ist weiter sehr eingeschränkt. Canon wollte und will offensichtlich keine Konkurrenz zum bestehenden DSLR System aufbauen und so ist es auch nicht empfehlenswert in dieses System einzusteigen.

Vorteile

  • Guter APS-C Sensor

Nachteile

  • Nur ein Kameramodell
  • Wenig Objektive
  • Halbherzige Unterstützung vom Hersteller
  • Weiterentwicklung ungewiss

Das Canon EOS M System bleibt unattraktiv.

 

 

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