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Deja Snapshot 2 Fototasche

2008-05-13

Umhängetasche - Praxis-Test - Erfahrungsbericht - Vergleich mit Crumpler


Auf den ersten Blick hat die Deja Snapshot Serie große Ähnlichkeit mit den Crumpler Fototaschen und man könnte sie für einen billigen Nachbau halten. Auf den zweiten Blick hat Deja aber eine ganze Reihe pfiffiger Lösungen eingebaut, die man zum Teil von anderen Fototaschen kennt und bei Crumpler manchmal vermisst. Ich werde daher im folgenden oftmals den Vergleich zu Taschen von Crumpler ziehen, da sie sich vom grundsätzlichen Aufbau sehr ähneln.

Aufbau

Die Tasche besteht aus einem großen Hauptfach, welches über eine normal öffnende Klappe zugänglich ist. Die Klappe ist so lang, dass man sie hinter den Trageriemen klemmen kann, wodurch sich die Tasche (trotz des Öffnens zum Körper hin) gut für den Objektivwechsel im Stehen eignet: Schläg umgehängt hinten seitlich hängend getragen, zieht man die Tasche zum Wechseln nach vorne und schiebt sie anschließend wieder zurück. Der Wechsel ist damit fast so komfortabel wir bei einer Hüfttasche, es baumelt aber nicht dauernd etwas um die Hüfte. Dieses Prinzip macht die Crumpler-Taschen beliebt und ich finde es vor allem im Stadturlaub sehr praktisch.

Polsterung

Die Polsterung der Tasche ist im Vergleich zu Crumpler an den Seiten etwas dünner und weicher. Dafür scheint der Boden ein wenig dicker und die Klappe ist gepolstert. Wie bei vielen anderen Herstellern auch, ist der Stoff des Innenraums und der Teiler weich und flauschig und bietet Klettstreifen überall Haftmöglichkeit.

Platzangebot

Das Hauptfach bietet einer normalen DSLR mit Standardzoom plus Telezoom und Weitwinkelzoom Platz. Es ist relativ breit und flach und hat eine normale Tiefe. Eine DSLR mit Batteriegriff oder ein Profimodell paßt nur mit Ausbeulen in die Tasche. Gut hinein paßt meine Nikon D80 plus AF-S DX 18-70, AF-S VR 70-300 und Tokina DX 12-24. Auf dem Papier hat das Fach eine Größe von XX x YY x ZZ cm (BxHxT). Neben der Snapshot 2 gibt es noch die kleinere Snapshot 1, deren Hauptfach mit 27 x 15 x 12 cm angegeben ist.

Tragegriff

Was ich bei meiner Crumpler-Taschen schon lange vermisse ist ein Tragegriff oben auf der Tasche. Die Deja und die "Dollar Home" Serie von Crumpler haben einen, letztere gibt es aber aus mir unerklärlichen Gründen nicht in Deutschland zu kaufen. Solch ein Griff ist praktisch, wenn man die Tasche nur mal kurz vom Auto ins Haus trägt oder eben zur Seite stellt - da will man sich die Tasche nicht erst umhängen. Der Griff der Deja ist angenehm weich mit innen liegenden Nähten. Beim Tragen der beladenen Tasche zieht sich die Klappe allerdings etwas hoch und verformt sich, hier wären zwei Schnappverschlüße am der Klappe sicher besser gewesen als der eine vorhandene in der Mitte.

Klappe mit Reißverschluß

Mir ist es noch nicht passiert, aber hin und wieder hört man die Kritik, dass aus den Crumpler-Taschen etwas rausfallen kann, da ihre Klappe das Fach nicht hunderprozentig verschließt. Die Deja-Tasche hat unter der Klappe ein weitere, weiche, gepolsterer Deckel, welcher das Hauptfach mit einem Reissverschluß verschließt. Das ist z.B. dann sinnvoll, wenn man die Tasche zum Transport in den Kofferaum oder ein Zug-Ablage legt. Ist man "in Action" und muss schnell auf die Ausrüstung zugreifen können, so läßt sich der Deckel hochklappen und mit einem Gummiband mit Klettband an der Klappe fixieren, sodass er nicht stört - eine pfiffige Lösung.

Fronttasche

Die Fronttasche bietet in üblicherweise Platz für Kleinigkeiten. Sie wird mit einem Klettverschluss geschlossen gehalten und bietet eine Unterteilung in Fächer von der Größe eine CF-Speicherkarte bis knapp unter DinA5.

Zusatztaschen

Zwischen gepolsterter Haupttasche und dem Außenstoff finden sich kleine, "versteckte" Zusatztaschen. Crumpler hat diese an den Seiten bei den meisten Taschen auch (die "Pretty Boy" Serie haben sie allerdings nicht), Deja bietet noch eine dritte größere an der Vorderseite.

Rücktasche

Eine sehr praktische Idee finde ich die große Tasche auf der Rückseite. Hier kann man schnell eben eine Reiseführer oder Stadtplan verstauen, ohne die Tasche öffnen zu müssen - gerade im Stadturlaub ist das eine gute Sache. Auch kann man den Tragegurt der Tasche hier reinstopfen, sodass er beim Tragen am Griff nicht durch die Gegend baumelt.

Trolley-Halterung

An der Unterseite der Rücktasche befindet sich ein Reissverschluß. Wenn man diesen öffnet, kann man die Tasche über das Gestell eines Trolley-Koffers stecken. Eine durchdachte Idee, die ich auch schon einige Male gut nutzen konnte.

Regenhaube

Ebenfalls auf der Rückseite unten befindet sich noch ein zweiter Reissverschluß hinter dem sich ein Fach mit einer Regenhaube verbirgt. Diese kann man von hinten unten einmal um die Tasche ziehen und sie somit zusätzlich vor Feuchtigkeit schützen.

Fußleisten

Am Boden besitzt die Tasche Fußleisten aus Plastik, die gerade auf nassem glatten Boden ein vollsaugen und verdrecken der Tasche verhindern. Auf weicherem Boden helfen sie dagegen nur wenig. (Crumpler hat keine.)

Optik

Der verwendete Außenstoff ist relativ glatt und scheint viel (nur?) Nylon zu beinhalten. Er sollte daher recht Dreck- und Regen-abweisend sein und sich einigermaßen säubern lassen. Als Farben findet man außen schwarz / sehr dunkel grau und etwas mittelgrau, im Innenraum hellgrau. Der Außenstoff hat ein kleines Dreiecksmuster, dass etwas an Karbon-Optik erinnert. Insgesamt sieht die Tasche recht modern aus, aber nicht so poppig / stylisch wie die bunten Versionen welche Crumpler anbietet.

Fazit: Je nach Vergleichsmodell hat die Deja fünf bis sieben Verbesserungen gegenüber den Crumpler-Taschen bei gleichem Grundaufbau. Für wen die dezente Farbe und die Größe der Tasche paßt, der findet mit der Deja eine durchdachte und praktische Kameratasche zu einem angenehm günstigen Preis.