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Harte, direkte Portraits per EBV

2006-04-24

Harte, direkt aufgenommene Portraits sind derzeit gefragt. Hier eine kleine Anleitung, wie sich dieser Look mit wenig Aufwand per EBV am Computer erreichen läßt. Als Beispiel für eine einfache Bildbearbeitung habe ich FixFoto gewählt. Natürlich macht es trotzdem Sinn, das Ganze in Photoshop und mit Einstellebenen durchzuführen, dann lassen sich auch hinterher noch Kleinigkeiten ändern.

  1. Das Originalbild wurde (wie man in den Augen sieht) mit zwei Baustrahlern (ohne Schirm) aufgenommen: einer links und einer rechts der Kamera. Ich wollte ein hartes Licht und die beiden Baustrahler waren eine einfache und schnelle Möglichkeit. Allerdings ist das Licht wirklich grell: Das hält das Model nur ein paar Sekunden aus, dann müssen die Augen wieder zu! Trotz manuellem Weißabgleich auf eine weiße Pappe sieht das Bild direkt aus der Kamera recht rotstichig aus und vor allem ist es etwas flau, hat also wenig Kontrast.

  2. Obwohl am Ende ein Schwarz-Weiss-Bild entstehen soll, bearbeite ich zuerst einmal das in Farbe. Die so gemachten Änderungen kann man später vielleicht noch für andere Bearbeitungen gebrauchen. Der erste Schritt ist das Histogramm (Tonwertkorrektur in Photoshop). Die Grenzen der einzelnen Farbkanäle werden so eingestellt, dass jeder Kanal einzeln gut ausgesteuert ist, das Histogramm also für jeden Kanal einen normalen Verlauf zeigt. Auf diese Weise lassen sich die schlimmsten Farbstiche beseitigen. In meinem Fall muss ich nur die Maxima verschieben, sie liegen bei: R:240, G:187, G:168 (Werte aus FixFoto). Ein Gamma-Wert von 0,7 sorgt für einen guten Helligkeitsverlauf. Danach sollte das Bild etwa so aussehen:

  3. Nun kommt die Umwandlung in Schwarzweiß. Um Hautunreinheiten, Flecken, Falten möglichst stark zu betonen, nehme ich nur den Blaukanal. Dies läßt sich in FixFoto bei der Umwandlung in Graustufen leicht einstellen (R:0, G:0, B:1.0), Photoshop kennt hierfür den Kanalmixer, der noch umfangreichere Bearbeitungen ermöglich, den ich aber als nicht so intuitiv empfinde.

  4. Nun erhöhe ich den Kontrast durch eine S-Kurve Gradationskurve. Dabei kann ich gleichzeitig die Mitten noch weiter absenken und dem Bild somit einen etwas düsteren Look geben. Die Gradationskurven sind ein sehr mächtiges Werkzeug. Viele der modernen Bearbeitungsfunktionen lassen sich damit schneller und differenzierter erreichen, zum Beispiel "Schatten aufhellen" oder wie hier Kontrast.

  5. Nun kommt das übliche Drehen und die Bestimmung des richtigen Ausschnitts. Anschließend wird auf die gewünschte Ausgabegröße skaliert. Für den gewünschten Look ist es wichtig nun noch einmal stark nachzuschärfen (FixFoto: 80), damit jede kleine Pore und jedes Barthaar ins Auge springt.

  6. Ich entscheide mich nun, die Stimmung des Fotos noch etwas zu verstärken, indem ich es etwas vignettiere (FixFoto: -7).

  7. Als letztes wird das Bild für die Präsentation vorbereitet. Ich will es im Web zeigen und füge daher einen passenden, schlichten Rahmen und mein Logo hinzu und fertig ist das harte, direkte Portrait.

Ich hoffe dir hat diese kleine Anleitung gefallen und wünsche viel Spaß bei eigenen Experimenten!
Für Kommentare oder Nachfragen bin ich per E-Mail oder im Gästebuch gerne zu erreichen.