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Kamera Ergonomie Taxonomie

2014-08-05

1) Phasen

Andrew Smallmans Blog lese ich schon seit einiger Zeit. Auch wenn ich nicht immer ganz seiner Meinung bin, ist sein Ansatz mit Mockups und Tests lesenswert und er treibt die Diskussion de Themas voran. Seinen Artikel über die Sprache und Klassifizierung der Bedienbarkeit von Kameras fand ich sehr interessant, vor allem die dort definierten vier grundlegende Phasen der Kameranutzung.

Konfiguration

In dieser Phase geht es um die Konfiguration der Kamera per Kameramenü. Dies sind vor allem Datum, Uhrzeit, das Verhalten von Kontrollrädern und Funktionstasten. Auch Einstellungen der Anzeige, das Dateiformat, Kompression oder Rauschunterdrückung werden oft in dieser Phase vorgenommen. Die Konfiguration wird meist in den ersten Monaten nach dem Kauf der Kamera stattfinden und später dann nur noch in Details optimiert werden.

Vorbereitung

Vor dem eigentlichen fotografieren geht es in dieser Phase darum, das richtige Objektiv zu wählen, Aufnahmemodus, Empfindlichkeit und teilweise auch Blende oder Belichtungszeit auszuwählen.

Aufnahme

Die meisten Menschen verstehen unter dem Begriff Fotografieren diese Phase. Vor Ort werden evtl. noch kurz Zeit, Blende, Belichtungskorrektur eingestellt und bei einem Zoom die passende Brennweite. Vor allem geht es aber um den richtigen Bildausschnitt und die Aufnahme des Fotos.

Betrachtung

Nach der Aufnahme des Fotos wollen viele Fotografen das Ergebnis kontrollieren. Der sofortige Zugriff auf die Bilder ist einer der Vorteile wegen denen die digitale Fotografie so schnell die analoge ersetzt hat. Diese Bildkontrolle kann direkt nach jeder einzelnen Aufnahme stattfinden oder später gesammelt für eine ganze Bildserie. Sie besteht aus der Anzeige des Fotos, der Informationen der Belichtungsdaten, oft mit einem Histogramm und einer Anzeige der Spitzlichter. Ein Zoom in das Bild ermöglicht die Kontrolle der Schärfe.

2) Weitere Phasen

Mir gefällt die Definition dieser Phasen gut. Sie helfen uns zu verstehen, was wir mit unseren Kameras machen, welche verschiedenen Aufgaben wir zu lösen haben und ermöglichen es, über verschiedene Fotografier-Stile zu reden. Ich habe zwei weitere Phasen gefunden, welche ich hinzufügen möchte. Sie beinhalten wichtige Teile der Fotografie, welche früher unabhängig von der Kamera durchgeführt wurden, heute aber zunehmen in Digitalkameras integriert werden und daher auch bei der Betrachtung der Ergonomie einer Kamera berücksichtigt werden sollten.

Bearbeitung

Ein klassischer Arbeitsablauf würde so aussehen, dass die Fotos vor Ort aufgenommen und kurz zur Kontrolle betrachtet werden. Später dann werden die Fotos auf einen Computer übertragen und mit Programmen wie Adobe Lightroom oder Photoshop bearbeitet. Heutzutage kann ein Teil der Bearbeitung bereits in der Kamera gemacht werden, zum Beispiel ein Bildausschnitt, Änderung der Sättigung oder des Kontrasts.

Veröffentlichung

Diese letzte Phase klingt etwas nach dem Herausgeben eines Buchs, aber es kann auch ein einfacher Fotoabzug oder das Zeigen der Fotos am Fernseher sein. Auch das Zeigen eines Fotos per Facebook oder Twitter gehört dazu und dies ist etwas, das in manchen modernen Kameras bereits möglich ist.